10 Tage Westküste | April 2013

Endlich mal wieder eine kleine Pause… Am 25ten April fuhren wir gemeinsam mit unseren Nachbarn Chris & Bryan in Richtung Westküste. Eine gute Gelegenheit den neuen Van zu testen und Heike eine Art „Probetour“ mit Gästen machen zu lassen. So brachen wir also früh morgens auf um durch den Banff und Yoho National Park nach Golden in B.C. zu fahren. Nach kurzer Kaffee-Pause ging es weiter hoch hinauf auf den Rogers Pass wo wir das neue Besucherzentrum besichtigten. DIe geplanten Stops auf dem Weg nach Revelstoke (Giant Cedar und Skunk Cabbage walk) mussten allerdings wegen des noch reichlich vorhandenen Schnee’s ausfallen. Am späteren Nachmittag machten wir eine Barbeque-Pause am Coquihalla Highway bevor wir gegen Abend die Harrison Hotsprings im Lower Mainland am Fuße der Coast Mountains erreichten. Wir checkten im historischen Teil des Hotels ein und genossen sofort ein Bad in den wunderbaren Thermen. Das Wetter war hier schon super, der Frühling kommt hier eben doch 5-7 Wochen früher an als bei uns in Alberta. Das Abendessen im „Laughin‘ Goat“ leitete den Abend ein und Heike und ich verbrachten anschließend nochmals ein paar Stunden in den Thermen.

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Am nächsten Tag besuchten wir Vancouver. Erst den berühmten Stanley Park mit seinem noch intakten Regenwald, wobei ein Zwischenstop bei den Totems nicht fehlen durfte. Dann schlenderten wir gemütlich über Granville Island mit seinen Markthallen am Hafen. Nach einer Bier-Probe in der dortigen Brauerei begaben wir uns dann weit in den Süden nach Tsawwassen, dem Fährhafen direkt an der U.S. Grenze. Die Überfahrt nach Vancouver Island war herrlich und während wir durch die kleinen Inselketten fuhren bekamen wir sogar eine Orca-Mutter mit Jungem zu sehen. In Victoria angekommen checkten wir im Embassador Inn ein, direkt neben dem Legislatur Gebäude im schönen Hafen Downtown. 2 Nächte verbrachten wir hier, wobei wir meißt getrennt von Chris und Bryan die Stadt unsicher machten. Diese besuchten unter anderem das Royal British Columbia Museum was sie sehr beeindruckte. Heike und ich entschieden uns aber neben einem Stadtbummel eher für eine kleine Wanderung entlang der Küste und durch verschiedene Parks. Wie gesagt bereitet Heike schon die Touren für nächstes Jahr vor und so erkundeten wir allerlei mögliche Aktivitäten die man hier anbieten könnte. Unsere Abreise am Sonntag wurde ein wenig wegen des Victoria 10km Laufs verschoben, da unser Hotel inmitten der Laufstrecke lag, doch noch früher als gedacht ging es dann los nach Nordwesten in Richtung Ucuelet am fantastischen Pacific Rim National Park. Ein Tip noch für künftige Besucher: Das Essen im „Flying Beaver“ direkt im Hafen ist hervorragend. Ich selbst aß die Fisch-Paella. Hmmm….!

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Der Aufenthalt an der Westküste war wie immer das Highlight. In Ucuelet waren wir auch wieder direkt im kleinen Fischerhafen untergebracht. Unsere Ferienwohung hatte nicht nur Blick in die Hafenzufahrt und den dahinter liegenden Meeresarm sondern auch noch einen Whirlpool auf dem Balkon. Aus unserem Zimmer und eben diesem Pool konnten wir Robben, einen Fischotter und unzählige Vögel beobachten. Das Wetter war inzwischen Frühsommerlich und wir freuten uns nach 5 Monaten Winter mal wieder Shorts und T-Shirt zu tragen. Da wir kurzentschlossen noch eine Nacht verlängerten blieben uns 4 Tage um die Gegend richtig zu genießen. Außer Tofino und Ucuelet zu erkunden verbrachten wir auch jeden Tag draußen an Long Beach. Heike und ich sahen dort mehr Wale und Seelöwen als wir zählen konnten. Auch Chris und Bryan hatten zweimal Glück die Buckelwale direkt vom Strand aus zu beobachten. Einer der Höhepunkte dieser Tage war dann noch die 7-stündige Tour im Zodiak (Schlauchboot)raus zu den Hotsprings in, na, Hotsprings Cove. Die Hinfahrt durch die Inselgruppen auf der wettergeschützten Seite war grandios. Ab und zu hielten wir an um Seeotter, Vögel und eine Meeresgrotte anzuschauen. An der Hotsprings Cove angekommen spazierten wir 2 km durch den Wald bis direkt an die heißen Quellen, die in einem kleinen Wasserfall aus dem Felsen kommen und dann in einer 2 Meter breiten Felsspalte 3 kleine Becken bilden. Das unterste Becken wird bei der kommenden Flut mit Meerwasser vermischt, allerdings hatten wir noch genug Zeit dies alles wahrzunehmen. Heike war schon oft im Sommer hier und angenehm überrascht das diesmal wirklich nur wir paar Leute aus dem Zodiak hier waren. Im Sommer ist es immer total überfüllt… Die Rückfahrt war ebenfalls aufregend. Wegen starken Windes mussten wir erstmal kreuzen und bei 3-4 Meter hohen Wellen wiet aufs offene Meer rausfahren um dann mit dem Wind Richtung Tofino zurückzukehren. Aber Heike’s bekannter Jay, der heute das Boot steuerte, ist sehr erfahren und so fand man nach einer Weile sogar Gefallen an dem rasanten Geschaukel. Ein kurzer Stop vor einem Felsen weit draußen ließ uns einen einmaligen Blick auf 2 riesige Seelöwen Kolonien werfen. Hunderte der riesigen Tiere machten einen Höllenlärm. Der damit verbundene Geruch übrigens war schlimmer als das Schaukeln, weshalb Jay das Boot meißt windabseits hielt. Mein persönliches Highlight auf dieser Tour waren dann die 4 Tufted Puffins, Papageinartige Seevögel, die den ganzen Winter im offenen Meer verbringen. 4 Stück schwammen hier direkt for unsere Nase rum! Die wollte ich schon immer mal sehen!

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Doch alles Gute hat ein Ende und so fuhren wir am Freitag nach Nanaimo um die Fähre nach Horseshoe Bay zu nehmen. In Coombs aßen wir nochmal zu Mittag; Coombs ist eine kleine schrullige Kommune und bekannt wegen seines „Goats-on-the-roof“ Bauernmarkts. Ein Muss auf dem Weg nach Ucuelet. Gegend Abend erreichten wir dann Squamish. Unsere Freunde Wilhelm und Gabi hatten uns ihr Haus zur Verfügung gestellt da sie gerade in Europa sind. Wir waren sehr dankbar für diese Unterkunft, da wir wirklich nur kurz übernachten wollten. Schade, das sie nicht da waren aber wir sehen sie bald wieder… Und so waren wir dann am letzten Tag unseres Urlaubs; der schönen wenn auch langen Reise von Squamish nach Cochrane. 1000 km durch immer wieder wechselnde Landschaften. Da hier zum Glück noch kein Reiseverkehr herrscht und die Baustellen erst in ein paar Wochen anfangen, kann man die Strecke mit Pausen ganz enspannt in 12 Stunden zurücklegen. Der erste Teil durch Whistler (wo wir auch Frühstückten) entlang der Duffy Lake Road ist schon was für sich. Es geht auf engen Strassen durch die wildeste Natur. Gleich 2 Bären zeigten sich uns dort und wir hielten immer wieder mal an um Fotos von den Coast Mountains zu machen. Ab Cache Creek nach dem Fraser Valley ging’s dann zügig voran und wir hielten erst richtig wieder in Shushwap um beim Old Dutchman ein Eis zu essen. Gegen Abend erreichten wir Cochrane. Schade das der Urlaub schon vorbei war.  Aber als wir sahen das der Schnee weg war und die Tulpen blühten freuten wir uns doch gleich wieder hier zu sein … mitsamt dem Frühling im Gepäck!

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